Thorsten Peters

aus Soest in NRW

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Geschichte

Soest

Etwa drei Viertel der im 12. Jahrhundert erbauten alten Stadtwälle von Soest sind noch erhalten. Von den insgesamt 10 Torburgen jedoch nur noch das Osthofentor aus dem Jahre 1523, und von den 24 Türmen steht noch der ,, Kattenturm ". Die Stadt selbst ist viel älter. Erste Besiedlungsspuren im städtischen Kernbereich wurden aus der jüngeren Steinzeit festgestellt. Mitten durch die Stadt führte der ,, Hellweg ", eine der ältesten Heerstraßen Europas, der Königs-, Handels- und Pilgerstraße war. Funde aus römischer Zeit deuten darauf hin, daß auch die Römer bereits diese wichtige Fernverbindung kannten. Südlich des Stadtkerns wurde 1930 an der Ringstraße ein ausgedehnter Friedhof offengelegt. dessen reiche Funde aus dem 6.-8. Jahrhundert auf eine wohlhabende Bevölkerung schließen lassen, die dem merowingisch - fränkischen Kulturkreis angehörte. Auf dem Gelände eines karolingischen Königshofes entstand auch im 10. Jahrhundert unmittelbar neben der Petrikirche der ältesten Soester Kirchengründung, die mächtige Pfalz zum Schutz der wichtigen Straßenkreuzung am Hellweg. Hier liegt die Keimzelle der späteren Stadt.


Erste Stadt Westfalens

Im 11. und 12. Jahrhundert wuchs Soest allmählich zur ersten Stadt Westfalens heran. Seine Bedeutung zeigt sich auch darin, daß sie ein Stadtrecht entwickelte das später vielen anderen Städten als Vorbild diente, darunter auch der Stadt Lübeck. Eine gewisse aktuelle Bedeutung kommt diesem Soester Recht darum zu, weil es in seinen Grundzügen in der Gemeindeverfassung von Nordrhein-Westfalen aufgelebt ist.Um die Mitte des 12. Jahrhunderts bereits hatte Soest ausgedehnte Handelsverbindungen, die über Schleswig und Lübeck nach Wisby auf Gotland. zu den Häfen der Ostsee bis nach Nowgorod in Rußland führten. Zum Süden hin erstreckte sich der Handel bis nach Italien, nach Westen bis Brügge und London. Mit Sicherheit kann angenommen werden, daß auch zu den großen französischen Märkten Beziehungen bestanden (z. B. zu den Märkten der Champagne in Troyes). Neben diesen mehr wirtschaftlichen Verbindungen bestanden geistliche Beziehungen: der Hellweg war Pilgerstraße und führte von Paderborn kommend über Soest - Aachen - St. Denis nach Santiago di Compostella, der im Mittelalter neben Rom und Jerusalem bedeutendsten Pilgerstätte .Mit der stürmischen wirtschaftlichen Entwicklung war die Bevölkerung der Stadt so gewachsen, das der Erzbischof von Köln - seit vielen Jahrhunderten größter Grundherr im Gebiet um Soest und späterhin Landesherr den Bau einer neuen und größeren Stadtumwallung veranlaßte.


Hanse Stadt

Im 11. und 12. Jahrhundert wuchs Soest allmählich zur ersten Stadt Westfalens heran. Seine Bedeutung zeigt sich auch darin, daß sie ein Stadtrecht entwickelte das später vielen anderen Städten als Vorbild diente, darunter auch der Stadt Lübeck. Eine gewisse aktuelle Bedeutung kommt diesem Soester Recht darum zu, weil es in seinen Grundzügen in der Gemeindeverfassung von Nordrhein-Westfalen aufgelebt ist.Um die Mitte des 12. Jahrhunderts bereits hatte Soest ausgedehnte Handelsverbindungen, die über Schleswig und Lübeck nach Wisby auf Gotland. zu den Häfen der Ostsee bis nach Nowgorod in Rußland führten. Zum Süden hin erstreckte sich der Handel bis nach Italien, nach Westen bis Brügge und London. Mit Sicherheit kann angenommen werden, daß auch zu den großen französischen Märkten Beziehungen bestanden (z. B. zu den Märkten der Champagne in Troyes). Neben diesen mehr wirtschaftlichen Verbindungen bestanden geistliche Beziehungen: der Hellweg war Pilgerstraße und führte von Paderborn kommend über Soest - Aachen - St. Denis nach Santiago di Compostella, der im Mittelalter neben Rom und Jerusalem bedeutendsten Pilgerstätte .Mit der stürmischen wirtschaftlichen Entwicklung war die Bevölkerung der Stadt so gewachsen, das der Erzbischof von Köln - seit vielen Jahrhunderten größter Grundherr im Gebiet um Soest und späterhin Landesherr den Bau einer neuen und größeren Stadtumwallung veranlaßte.


Soester Fehde

Mitte des 15. Jahrhunderts löste sich Soest in der ,,Soester Fehde" von der Herrschaft des Erzbischofs von Köln und unterstellte sich dem Herzog von Kleve als Landesherrn. Diese Anerkennung überließ dem Herzog freilich nur einige Ehrenrechte. Soest erlangte in Wirklichkeit eine Stellung, die den Vergleichmit einer reichsunmittelbaren Stadt erlaubt.1531 übernahm Soest die Reformation. Während des 30jährigen Krieges und während des Siebenjährigen Krieges war die Stadt Zerstörung und schwerer Not aus gesetzt. Die Nachfolger des Herzogs von Kleve die Kurfürsten von Brandenburg schmälerten die Rechte der Stadt immer mehr, bis schließlich der preußische König Friedrich der Große die alte Stadtverfassung aufhob, die über 500 Jahre in Kraft gewesen war.


Soester Stadtbild

Der Kern der Stadt ist noch fast identisch mit der fast kreisrunden, wallumgebenen mittelalterlichen Stadt.Vom Herzen der Stadt aus, dort wo ursprünglich die Burg stand, führen die engen gewundenen Straßen wie Speichen eines Rades zu den Wällen, gesäumt von kleinen recht individuellen Häusern mit vielen versteckten Gärten. Dieses Bild gekennzeichnet durch das Schwarz - Weiß der Fachwerkhäuser und dasGrün des hier gebrochenen Sandsteins, aus dem Kirchen und Mauern erbaut sind, verleiht dem Stadtbild von Soest seinen besonderen Reiz. Im zweiten Weltkrieg wurde Soest zu 64% zerstört. Beim Wiederaufbau ist versucht worden, das übernommene Stadtbild weitgehend wiederherzustellen es aber zugleich den Forderungen unserer Zeit anzupassen.


Das moderne Soest

Von den nach dem Krieg errichteten Gebäuden sind bemerkenswert: Der grazile Bau der Stadtbücherei, sowie die Kunstpavillons mit ständig wechselnden Ausstellungen im Theodor-Heuss-Park. Besondere Aufmerksamkeit verdient das nach dem Soester expressionistischen Maler Wilhelm Morgner benannte Haus. Es wurde im Jahre 1962 eröffnet und bietet neben Kunstausstellungen, Konzerten, Theater, Vorträgen und anderen Veranstaltungen Raum. Es ist ein gelungenes Beispiel dafür, daß es durchaus vertretbar ist, neben einen alten romanischen Dom ein modernes Gebäude zu setzen.


Wie man Soest sehen sollte

Von den nach dem Krieg errichteten Gebäuden sind bemerkenswert: Der grazile Bau der Stadtbücherei, sowie die Kunstpavillons mit ständig wechselnden Ausstellungen im Theodor-Heuss-Park. Besondere Aufmerksamkeit verdient das nach dem Soester expressionistischen Maler Wilhelm Morgner benannte Haus. Es wurde im Jahre 1962 eröffnet und bietet neben Kunstausstellungen, Konzerten, Theater, Vorträgen und anderen Veranstaltungen Raum. Es ist ein gelungenes Beispiel dafür, daß es durchaus vertretbar ist, neben einen alten romanischen Dom ein modernes Gebäude zu setzen.


Baudenkmäler

Die Petrikirche ist Soests älteste Gemeinde - Kirche. Besonders beeindruckend ist das romanische Westwerk mit der sogenannten Kaiser-Empore, sowie der nach dem Krieg wieder aufgebaute gotische Chor. Im Innern fallen alte Fresken auf, die einem der bedeutendsten deutschen Maler, Conrad von Soest (um 1400) zugeschrieben werden. Nach dem Wiederaufbau des Chores wurden Chor und Querschiff mit neuen Fenstern versehen. Die Fenster des Chores schuf Prof. Pieper, Berlin, die der Seitenchöre Klaus Wallner, Hamburg. Die Rose im Querschiff entwarf Frere Marc aus dem burgundischen Kloster Taize. Die Tür des Südportals ist ein Werk von Fritz Viegener, Soest. Die sogenannte Paradiestür hat Prof. Gerhard Marcks, Köln, entworfen. Mit dem Bau des St.-Patrokli-Doms wurde 954 begonnen. Die Malereien des Hauptchores wurden im 2. Weltkrieg völlig vernichtet. Die etwa um 1165 zu datierenden Malereien des sogenannten Marienchores sind erhalten. In den Jahren 1974-1979 wurde eine Gesamtrestaurierung des Domes durchgeführt. Besondere Beachtung sollten Scheiben der früheren romanischen Verglasung finden, die in der früheren städt. Rüstkammer, dem heutigen Dom - Museum, ausgestellt sind. Aufmerksamkeit verdienen die Fenster der Haupt- und Seitenkrypta und des Westwerkes. Sie sind aus der geistigen Haltung unserer Zeit geschaffen und fügen sich gleichwohl dem alten Bau gut ein. Die Entwürfe dieser Fenster schuf Hans Kaiser, Soest. Patron der Kirche wie der Stadt ist St. Patroklus, dessen Reliquien 964 von Troyes der alten Hauptstadt der Champagne nach Soest übergeführt wurden. Das 1000jährige Jubiläum des Domes im Jahres 1954 war Anlaß, die geistigen Beziehungen zu Troyes wieder aufzunehmen. St. Maria zur Wiese, im Volksmund ,,Wiesenkirche", aus dem frühen 14. Jahr hundert, ist ein gotischer Schrein von besonderem Reiz. Die Kirche besitzt wertvolle Fenster aus der Zeit der Entstehung, die vielleicht von St. Urbain in Troyes beeinflußt sind. Den Besucher mag besonders das Fenster in der Nordwand interessieren, etwa aus dem Jahre 1500. Es zeigt das sogenannte ,,Westfälische Abendmahl". Auf dem Abendmahltisch sind statt Brot und Wein Westfälischer Schinken und das typische dunkle Brot, der Soester Pumpernickel, und Bier zu sehen. Ein Alabasterrelief der Dreieinigkeit ist von der Schule in Nottingham beeinflußt. Eines der vielen Zeichen dafür, daß die Wege des Handels zugleich Wege geistiger Befruchtung waren. Hingewiesen werden muß auch noch auf die beiden Altäre in den Seitenschiffen: im südlichen Seitenschiff der Aldegreveraltar des berühmten Soester Malers Aldegrever (Anfang des 16. Jahrhunderts), im nördlichen Seitenschiff der Annenaltar, ein sogenannter ,,Sippenaltar". St. Maria zur Höhe (um 1200). auch Hohne - Kirche genannt. Prächtig ausgestaltete romanische Decken- und Wandmalereien ( Engelreigen ) aus der Zeit um 1230 und romanisches Taufbecken. Altarbild des Liesborner Meisters um 1470. Beherbergt das in Deutschland einzige Scheibenkreuz. Ähnliche Kunstwerke auf Gotland zeigen die enge Verbindung Soests zu dieser Ostseeinsel. Die kleine ,,Nikolai-Kapelle" östlich des Wilhelm-Morgner-Hauses wurde etwa um 1200 von Soester Kaufleuten erbaut. Sie soll einem Schiff, nämlich der sogenannten hansischen „ Kogge „ nachgestaltet sein. In dem St. Nikolaus-Altar besitzt sie ein Frühwerk des schon erwähnten Conrad von Soest. Auch die St.-Pauli-Kirche und die anderen alten Kirchen sind charakteristisch für das alte Soest. An neuen kirchlichen Gebäuden sind die Kirche ,,Heilig Kreuz" am Paradieser Weg wie ,,St. Johannes" am Windmühlenweg bemerkenswert. Letztere besitzt ein farbglühendes Fensterband von Hans Kaiser, der von seinen Fenstern im St.-Patrokli-Dom in Erinnerung ist.


Weltliche Gebäude

Neben dem bereits erwähnten Osthofentor ist auf das alte Rathaus zu verweisen, das einzige barocke Bauwerk der Stadt. Auf dem Gelände des Burghofs, heute stadtgeschichtliches Museum, befindet sich das älteste romanische Haus zwischen Rhein und Weser.


Soest und Umgebung

An der Soester Börde grenzt im Süden - etwa 10 km von Soest entfernt - der Arnsberger Wald mit dem Möhnesee. Bei längerem Aufenthalt lädt er zu erholsamen Wanderungen in den weithin unberührten Naturschutzpark ein. Oberhalb des Sees befindet sich die Drüggelter Kapelle, die baugeschichtlich von ganz besonderem Interesse ist. Nach der kommunalen Neugliederung des Kreises Soest im Jahre 1969 ist der Ort Ostönnen Soest eingegliedert. Durch diese Eingliederung befindet sich jetzt auf städt. Bereich in der Pfarrkirche zu Ostönnen ein weiteres Beispiel romanischer Architektur.